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Tuareg Rallye mit dem „Rebell“ und General Tire LT265/75R16 119/116Q GRABBER X³

Mai 2018

Die ursprünglich vor allem als Enduro-Rallye bekannt gewordene Tuareg Rallye hat sich inzwischen zur größten von Deutschen organisierten Afrika-Rallye entwickelt und zieht immer mehr Geländewagenfahrer an. In Sachen Nationalität und Erfahrung der Piloten ist das Starterfeld der Tuareg Rallye dabei bunt gemischt.

Mehrere Wertungsgruppen mit differenzierter Streckenführung und unterschiedlichem Anspruch ermöglichen es sowohl professionell ambitionierten Teams als auch Rallye-Einsteigern, eine für sie geeignete Wüstenrallye zu bestreiten.

Für 2018 wurden neue Routen entwickelt, wieder 500 km Dünen, 2400 km Herausforderung, Konzentration, Navigation, Abenteuer. Start und Ziel der Rallye waren in Midelt,

Ich startete dieses Jahr mit meinem „Rebell“ bereits zum fünften Mal und 2018 navigierte mich Harm Lolkema durch die Dünen und Pisten Marokkos. Er hatte zuvor schon zweimal (je einmal mit dem Quad und mit einer Mercedes G-Klasse) an der Tuareg Rallye teilgenommen und wusste darum, worauf er sich einließ.

Wir starteten mit unserem „Rebell“, einem T3-Syncro, dem – meines Erachtens - besten von VW jemals gebauten Auto. Der T3-Syncro ist ein geländegängiges Auto und weitgehend elektronikfrei. Nachdem viele Jahre (seit 1995) der Schwerpunkt unserer Firma auf Motorumbauten auf 1,9 Liter TDI Motor, Umbauten auf abschaltbaren Allrad, Reifenumrüstungen und Instandsetzungen der Technik lag, hat er sich nun seit Januar 2018 auf den Verkauf von Ersatzteilen ausschließlich für den T3 Bus und T3 Syncro Bus sowie Neuanfertigungen von Teilen, die nicht mehr verfügbar sind, verlagert.

Der Rebell jedoch ist ein Prototyp:
Die Hülle ist weitgehend aus Carbon, ein Gitterrohrahmen gibt dem Fahrzeug die nötige Stabilität – die technischen Daten:

Motor:                                   BMW M5, 400 PS, 500 Nm
Höchstgeschwindigkeit:   160 km/h
Getriebe:                              Sequenziell (Drenth MPG) 5 Gang
Bremse:                                4 Scheiben Bremsanlage
Fahrwerk:                             Doppeldämpfer K&S Suspension
Bereifung:                            LT265/75R16 119/116Q GRABBER X³


Wie vor jeder großen Rallye wurde der „Rebell“ vor der Tuareg Rallye fast komplett neu aufgebaut: Die Kupplung wurde gewechselt, die Vorderachse zerlegt. Viele Aufhängungslager der Stoßdämpfer, der Unterlenker sowie die Lenkung mussten vollständig erneuert werden. 

Wir starteten die Rallye auch sehr erfolgreich. Wir hatten den Eindruck, die neuen Reifen von General Tire LT265/75R16 119/116Q GRABBER X³ sind in der Summe der Eigenschaften eine Mischung zwischen dem legendären Rennreifen Red Letter von General Tire, der nicht mehr gefertigt wird, und dem bewährten Vorgänger -General Tire Grabber MT.

Dieser neue „Professional-Offroad-Reifen von General Tire bietet außergewöhnliche Eigenschaften sowohl auf Geröll als auch in den Dünen. Wir erlebten extreme Leistung auf lockerem Untergrund durch hervorragende Griffigkeit, als auch außergewöhnliche Schnittfestigkeit im felsigen Gelände. Wir hatten keinen Ausfall.

Die erste Etappe startete in Midelt und nach über fast 300 Kilometer erreichten wir das Desert Camp. Alex Cole und Emma Osman (Autos), Clemens Eicker (Quads) und Janiko Naber (Motorräder) gewannen die erste Etappe der Tuareg Rallye 2018. Die Etappe konnten wir als 3. Team dank einer guten Navigation und eines dauerhaft hohen Grundtempos beenden.

Am zweiten Tag mussten wir die ersten Dünen bezwingen. Vor der Durchquerung der  Dünen wurden die Reifen auch wieder einmal richtig geprüft. Die Hitze hatte den Luftdruck, mit dem wir starteten, von 1,6 Bar auf 1,9 Bar steigen lassen, bevor wir ihn am warmen Reifen auf letztendlich 1,0 Bar reduzierten. Und hinauf ging es. Der „Rebell“ zog sich mühelos durch den Sand auf den Dünenkamm und ebenso sicher wieder hinab.

Aber am Ende des zweiten Tages erwischte es uns dann doch noch; wir hatten in einem kleinen Dünenfeld, in dem die Navigation gewohnt schwierig war, einen „falschen Moment“. Gewohnt zügig erklommen wir eine Düne, aber wir waren zu schnell. Eine zehntel Sekunde zu spät vom Gas und schon ist es passiert: Wir „flogen praktisch“ über den Dünenkamm und auf der anderen Seite schlugen heftig, frontal mit unserem „Rebell“ in den Sand ein.

Nach einer medizinischen Erstversorgung stand fest: An ein Weiterfahren ist nicht zu denken. Mein Navigator Harm kam ohne Verletzung davon. Erst zu Haus stellte sich heraus, dass ich mir einen Brustwirbel brach. Aber ich glaube, trotzdem sind wir mit einem „Blauen Auge“ davon gekommen. Die Tuareg Rallye ist eine tolle Rallye. Ziel ist es, dort auch wieder teilzunehmen. 2019 findet sie in Algerien statt, was sehr spannend wird: Ein neues unbekanntes Abenteuer. Vorher steht aber noch ein Dünenfahrtraining auf meinem Kalender.


Bernd Jäger

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Bernd Jäger

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